Autozulieferer Werbung von 1939-1989

Autozulieferer Werbung von 1938-1989

Ich habe eine Sammlung aus über 90 historischen Anzeigen aus der Autozuliefererindustrie, überwiegend aus Autozeitungen von gestern, gedruckt von Verlagen die es teilweise schon lange nicht mehr gibt.
Die Vorlagen der Reklame und der Anzeigen für Kraftstoffe, Reifen, Radios, Polituren entstanden in Vorkriegszeiten aus Handzeichnungen. Der farbige Druck beschränkte sich auf den Einzelfall und oft nur auf eine Farbe. Erst ab den 50iger Jahren kam die Farbenvielfalt auf, ermöglicht durch neue Techniken und Druckmaschinen. Die bunten Farben setzen sich ab den 70iger Jahren durch und wurden zum Standard, zuerst 3-fach, dann durchgehend 4-fach farbig.
Mit der Farbe veränderte sich der Trend zur Fotocollage. Der Text in den Anzeigen las sich zunächst ausführlich und wollte neben dem Anreiz erläuternde Informationen bieten. Bedingt durch die Amerikanisierung der Inhalte griffen die Werbefachleute zu international verständlichen Begriffen und Benennungen. Die Markenbotschaft rückte in den Mittelpunkt der Präsentation.

Autozulieferer diverse, Reklame von 1939-1989

Bis in die 70iger und 80iger Jahre war der Text für heutige Verhältnisse ausführlich und konnte eine halbe DINA4 Seite einnehmen, sogar der Verkaufspreis stand meistens dabei. Die Kunden nahmen und fanden offensichtlich die Zeit alles von oben nach unten durchzulesen. Auf modernen Webseiten ist nach zwei Zeilen schon der Link für weiterlesen.
In den Jahren von 1939 bis 1989 wusste man als Autofahrer und Besitzer über die kleineren Zulieferer Bescheid. Heute gibt es dagegen nur noch wenige klingende Namen. Continental und Abarth sind zum Beispiel über die Jahrzehnte gewachsen und konnten sich im Wettbewerb halten, andere wie Nüral oder Kolben wurden geschluckt und sind heute unter dem Dach von Federal-Mogul Motorparts. Setzt sich das E-Auto in der Breite durch, werden die Zulieferer abermals einen Wandel durchlaufen müssen.

Autozulieferer BP, Esso und Shell für Kraftstoffe, Reklame von 1938-1970er Jahre

Die Hersteller von Autoradios wuchsen nach dem Krieg aus dem Nichts zu riesigen Unternehmen. Vorneweg GRUNDIG, der einstmals Europas größter Rundfunkgerätehersteller war. Das Autoradio ist in modernen Wagen in ein Display integriert und nennt sich Bordcomputer oder Multifunktionsanzeige. Früher war Blaupunkt, einst zu Bosch gehörend, ein klingender Markennamen. Wer auf sich hielt hatte ein Blaupunkt Gerät im Armaturenbrett, oft selbst eingebaut. Außer Lizenzen ist nichts mehr übrig geblieben.

Autozulieferer für Reifen, Reklame von 1939-1991

Die Hersteller haben ihre Fertigungstiefe reduziert und konfektionieren stattdessen das Fahrzeug aus Komponenten die Firmen liefern, von denen der Autofahrer noch nie gehört hat.
Wie werden in einigen Jahren die Tankstellen aussehen? Wird es einen flüssigen Treibstoff noch geben? Die Unsicherheit ist groß: Batterie, Brennstoffzelle oder synthetischer Kraftstoff oder … Wird es für ein Elektroauto, das heute mit Batterie fährt, in 30 Jahren noch einen Ersatz geben?

Autozulieferer für Autoradios, Reklame von 1956-1989

Fazit:
So wie es dem Autoradio erging, wird es vielen Komponenten ergehen und zukünftig auch noch der Chauffeur und Autofahrer durch autonomes Fahren. Sie werden abgelöst durch digitale Dienste, Apps und letztlich Algorithmen und Daten. Die mechanischen Komponenten spielen eine immer kleinere Rolle. Wer weiß, vielleicht gibt es in 50 Jahren den fahrbereiten Oldtimer gar nicht mehr, weil seine Betriebssoftware für immer und ewig den Geist aufgegeben hat.
Oder es wächst eine neue Generation heran, die sich darauf spezialisiert Steuerungen am Leben zu erhalten um das Überleben der Oldtimer sichern.

Wenn Sie Interesse am Kauf einzelner Autozulieferer-Anzeigen haben, schreiben Sie mir unter atelier@oldtimerphotography.de oder noch unkomplizierter unter meinem Facebook Account Oldtimerphotography.