Mercedes-Benz W 111 Limousine

Mercedes-Benz W 111 Limousine Poster

Mercedes-Benz W 111 (1959-1971) der letzte mit großer Heckflosse und beendete als Nachfolger des W 180 gleichzeitig die Ponton-Ära. Einige Jahre später ab 1961 kamen Mercedes-Benz W 111 Cabrio/Coupé hinzu. Dazu ab 04.1961–12.1967 noch die fast gleiche Baureihe 112 300 SE mit mehr Chrome, mehr PS und mehr Ausstattung, natürlich auch um einiges teurer.

Zur Klarstellung, wann war es eine große Heckflosse und wann eine kleine Heckflosse? Wenn man alle Modellvarianten und Baureihen kennt ist es leicht und mit den Cabrios und Coupés verschwanden auch alle Flossen bei Mercedes. Die kleine Flosse ist der W 110 (MB 190c – 230). Die große Flosse ist W 111 (MB 220 b – 230 S – 280 SE) und W112 (300 SE) oder ganz einfach, sind die Scheinwerfer länglich stehend angeordnet ist es die große Flosse. Sind die Scheinwerfer rund ist es die Baureihe 110, wobei der 220 b dessen Rückleuchten hat.

Dann gibt es noch die Bezeichnungen mit vorrangig S, SE und SEb. Letzter hatte als einziger eine Saugrohreinspritzung, mechanisch geregelt mit Bosch 2-Stempel-Einspritzpumpe. Und das W 111 220 SEb Coupé war als erster Mercedes-Benz Serien-Pkw mit Scheibenbremsen an den Vorderrädern ausgerüstet. Das E bedeutet wiederum Einspritzmotor. Das kleine b in der Typenbezeichnung 220 b oder 220 Sb grenzte die Heckflossen-Baureihe ab 1959 von den typnamensgleichen Vorgängermodellen, der sogenannten „Ponton“-Serie, z.B. W 128 220 SE.

Und es gab noch die ganz seltenen „230 S Universal“ Kombiwagen, die von 1966-1968 die in Mechelen (Belgien) nach Mercedes-Qualitätsspezifikationen produziert wurden. Von denen gab es dann noch die Sonderaufbauten als Krankenwagen, Ambulanz und Leichenwagen z.B. von Binz in Lorch (Baden-Württemberg) oder Christian Miesen aus Bonn.

Pollmann, Rappold, Welsch, Stolle, Pilato und andere Unternehmen fertigten in erster Linie Bestattungsfahrzeuge. In sehr geringer Zahl wurden neben kommerziellen Nutzfahrzeugen auch Kombis von Jauernig (Österreich), Marbach (Schweiz), Movauto (Portugal) und Hägele im Kundenauftrag gefertigt. Auch die Carrosserie Jacques Coune in Brüssel (Belgien) stellte im Jahr 1964 bei der Autoshow einen Kombi auf der Basis des Baumusters 111.014 vor.

Das wichtigste aus heutiger Sicht zum Schluss, beim W 111 gab es  weiterentwickelte Knautschzonen, die von Ingenieur Béla Barényi schon in den Vorgängermodellen eingeführt wurden. Die Knautschzonen bekamen insgesamt mehr Stabilität, Keilzapfentürschlösser, die die Stabilität der Fahrgastzelle erhöhen und bei einem Unfall das Herausschleudern der Fahrgäste verhindern, da die Türen nicht mehr aufspringen. Das Lenkrad hatte eine Prallplatte mit gepolstertem Bezug, das Armaturenbrett war ebenso teilweise gepolstert, Sicherheitsgurte gab es auf Wunsch gegen Aufpreis.

„Die neuen Sechszylinder – Eine Klasse für sich“
August 1959, Werbung für die neu konstruierten Modelle 220 b, 220 Sb und 220 SEb der Baureihe W 111.

Mercedes-Benz W 111 Limousine Poster by Art Heroes

Verkaufsbezeichnung und Produktionszeit
Mercedes-Benz 220 b 111.010 produziert von 08.1959–08.1965
Mercedes-Benz 220 Sb 111.012 produziert von 08.1959–07.1965
Mercedes-Benz 220 SEb 111.014 produziert von 08.1959–08.1965
Mercedes-Benz 230 S 111.010 produziert von 07.1965-01.1968

Der 230 S wurde parallel zum 250 S/250 SE gebaut. Somit hatten dann die Heckflossenfahrer kein „veraltetes“ Modell, allerdings hatte der 230 S gegenüber dem 220 S eine etwas einfachere Ausstattung, z.B. Türverkleidung, Armlehnen, weniger Holz etc. ähnlich wie 230 (ohne S).

Mercedes-Benz W 111 Limousine Poster by Art Heroes

Modell 220 b W 111/1 220 Sb W 111/2 220 Seb W 111/3 230 S W 111 / I A
Baumuster 111010 111012 111014 111010
Produktionszeitraum 05.1959 / 08.1959 – 08.1965 05.1959 / 08.1959 – 07.1965 08.1959 – 08.1965 07.1965 -01.1968
Motor
Arbeitsverfahren Viertakt-Otto Viertakt-Otto Viertakt-Otto (mit intermittierender Saugrohreinspritzung) Viertakt-Otto
Einbaulage vorn, längs; stehend
Motor-Typ / -Baumuster M 180 IV / 180.940 M 180 V / 180.941 M 127 III / 127.982 M 180 VIII / 180.947
Zylinderzahl / -anordnung 6 / Reihe
Bohrung x Hub 80 x 72,8 mm
Gesamthubraum 2195 ccm 2195 ccm 2195 ccm 2306 ccm
Verdichtungsverhältnis 8.699 8.699 8.699 9
Kurbelwellenlager 4
Leistung / bei 95 PS bei 4800 /min 110 PS bei 5000 /min 120 PS bei 4800 /min 120 PS bei 5400 /min
Drehmoment / bei 17,2 mkg bei 3200 /min 17,5 mkg bei 3500 /min 19,3 mkg bei 3900 /min 18,2 mkg bei 4000 /min
Ventilsteuerung obenliegende Nockenwelle
Nockenwellenantrieb Duplex-Rollenkette
Gemischbildung 2 Fallstromvergaser Solex 34 PJCB 2 Register-Fallstromvergaser Solex 34 PAJTA;~ab 07.1963: Zenith 35/40
INAT mit Startautomatik
Saugrohreinspritzung, mechanisch geregelt;~Bosch
2-Stempel-Einspritzpumpe
2 Register-Fallstromvergaser Zenith 35/40 INAT
Kraftstofftank 52 l; ab 1960: 65 l 65 l  65 l 65 l
Kraftstoff-Förderung Membranpumpe Membranpumpe elektrische Förderpumpe Membranpumpe
Fahrwerk und Kraftübertragung
Rahmenausführung Rahmenbodenanlage / selbsttragende Karosserie
Radaufhängung; vorne Doppel-Querlenker-Achse
Radaufhängung; hinten Eingelenk-Pendelachse mit Ausgleichfeder Eingelenk-Pendelachse mit hydropneumatischer Ausgleichfeder und
Niveauregulierung
Federung; vorne Schraubenfedern, Drehstab-Stabilisator
Federung; hinten Schraubenfedern
Stoßdämpfer; vorne/hinten hydraulische Teleskop-Stoßdämpfer
Lenkung Kugelumlauflenkung
Bremsanlage (Fußbremse) hydraulisch, auf Wunsch mit Unterdruck-Bremskraftverstärker;
Trommelbremsen vorn und hinten; ab 08.1963: Zweikreis-Anlage mit
Scheibenbremsen vorn und Trommelbremsen hinten
hydraulisch, mit Unterdruck-Bremskraftverstärker (ab 08.1963
Zweikreis-Anlage); vorn Trommelbremsen, ab 04.1962 Scheibenbremsen;
hinten Trommelbremsen
hydraulisch, mit Unterdruck-Bremskraftverstärker (ab 08.1963
Zweikreis-Anlage); vorn Trommelbremsen, ab 04.1962 Scheibenbremsen;
hinten Trommelbremsen
hydraulische Zweikreis-Bremsanlage mit Unterdruck-Bremskraftverstärker,
auf Vorder- und Hinterräder wirkend; Scheibenbremsen vorn und
Trommelbremsen hinten
Feststellbremse mechanisch, auf Hinterräder wirkend
Räder Stahlblechräder
Felgen Tiefbettfelge 5 JK x 13 B
Reifen 6,70-13; ab 1960: 7,25-13 6,70-13 Sport; ab 1960: 7,25-13 Sport 6,70-13 Sport; ab 1960: 7,25-13 Sport 7,25 S 13
Angetriebene Räder Hinterräder
Kraftübertragung geteilte Kardanwelle
Getriebe und Fahrleistungen
Schaltgetriebe 4-Gang-Schaltgetriebe
Schaltung Lenkradschaltung, ab 10.1964 auf Wunsch Mittelschaltung
Kupplung Einscheiben-Trockenkupplung
Getriebeart Zahnrad-Wechselgetriebe
Synchronisierte Gänge 1-4
Höchstgeschwindigkeit 155 km/h 165 km/h 170 km/h 175 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 16 s; bei HA 4,08: 15 s 13,8 s 12,8 s 12,5 s
Kraftstoffverbrauch 11,2 l 10,7 l 10,7 l 11,2 l
Automatikgetriebe 4-Gang-Automatikgetriebe
Verfügbarkeit auf Wunsch (ab 08.1962) auf Wunsch (ab 08.1962) auf Wunsch (ab 04.1961) auf Wunsch
Achsantriebsübersetzung 3,90; ab 09.1963: 4,08 4,10; ab 09.1963: 4,08 4,10; ab 09.1963: 4,08 04. Aug
Höchstgeschwindigkeit 150 km/h 160 km/h 165 km/h 170 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h 16 s; bei HA 4,08: 14,6 s 13,6 s 12,7 s 13,9 s
Kraftstoffverbrauch 11,2 l 10,7 l 10,7 l 11,2 l
Abmessungen und Gewichte
Radstand 2750 mm 2750 mm 2750 mm 2750 mm
Spur vorne / hinten 1470 / 1485 mm; ab 08.1963: 1482 / 1485 mm 1470 / 1485 mm; ab 04.1962: 1482 / 1485 mm 1470 / 1485 mm; ab 04.1962: 1482 / 1485 mm 1482 / 1485 mm
Länge 4875 mm 4875 mm 4875 mm 4875 mm
Breite 1795 mm 1795 mm 1795 mm 1795 mm
Höhe 1510 mm 1500 mm 1510 mm 1500 mm
Wendekreis 11,4 m 11,5 m 11,4 m 11,5 m
Leergewicht 1320 kg 1330 kg; ab 04.1962: 1345 kg 1360 kg; ab 04.1962: 1375 kg 1350 kg
Zul. Gesamtgewicht 1780 kg; ab 09.1962: 1835 kg 1780 kg; ab 04.1962: 1845 kg 1810 kg; ab 04.1962: 1875 kg 1850 kg
Zuladung 460 kg; ab 09.1962: 500 kg 450 kg; ab 04.1962: 500 kg 450 kg; ab 04.1962: 500 kg 500 kg
Zul. Anhängelast gebremst 1200 kg 1200 kg 1200 kg 1200 kg
Stückzahl 69.688 161.119 66.086 40.766
Preise 08.1959: DM 11.500,00 08.1959: DM 13.250,00 08.1959: DM 14.950,00 08.1965: DM 13.750,00
04.1962: DM 12.000,00 09.1963: DM 12.160,00 04.1962: DM 13.750,00 04.1962: DM 15.450,00 04.1966: DM 14.000,00

Mercedes-Benz W 111 Limousine Poster by Art Heroes

Mercedes-Benz W 111 Limousine im Motorsport
Es gab einige Fahrer die mit der Limousine hauptsächlich bei Bergrennen angetreten sind. Das waren Hans E. Stieglbauer/D, Kurt Zueg/A, Peter Hermann/D, Willi Nessling/D, H. Lehn/D und Hans Braun/D alle auf Mercedes-Benz 220 SE unterwegs. 1961 erstmals am Gaisberg und dann weitere Bergrennen bis 1963. 1963 war man auch in Italien auf dem Trento Bondone und 1964 wieder mehrmals in Deutschland beim Rossfeld bei Berchtesgaden, wo auch heute wieder Bergrennen im Zwei-Jahres-Rhythmus gefahren wird. Das nächste Internationale Edelweiß-Bergpreis Rossfeld Berchtesgaden findet dort vom 19.–21. Juni 2026 statt.

Weiters fuhr die W 111 Limousine noch 1963 beim 6-Stunden Nürburging mit Eberhard Mahle (D)/Roland Ott (D) und 1965 mit den beiden Fahrern Klaus Behrmann (D)/Roland Heck (D). Am 15.9.1963 am Bergrennen am Timelsjoch, 1965 in Zolder (Div. 3) mit Claude Collignon  und Martin Baeten (B). Am 2. Juli 1967 nochmals die 6-Stunden Nürburging mit Harald Iffert (D)/Theo Reuter (D). Letztmalig am 18.8.1968 mit #99 Willy Liebl (D)/Hanuš Holzer (CS) beim Grand Prix Brno im heutigen Tschechien. Gesamt ist die  W 111 Limousine 26x mit teils verschiedenen Fahrern im FIA Motorsport bis zum 13.10.1968 eingesetzt worden.
Der fast baugleiche W 112 300 SE fuhr teilweise die gleichen Bergrennen von 1963-1969 mit und wurde insgesamt öfters eingesetzt. Dies sehr erfolgreich mit u.a. mit zwei ersten Plätzen und insgesamt mehrmals auf dem Podium als der W 111 der von 1963-1968 leider nie einen Podiumsplatz gewonnen hat, aber auch des öfteren gar nicht ins Ziel gekommen ist.

Mercedes-Benz W 111 Limousine Poster by Art Heroes

Cirka 30 unbearbeitete Bilder mit Mercedes-Benz W 111 Limousinen und dazu einige Detailbilder. Begonnen wurde mit den Limousinen, wo es drei Baumuster 111.010, 111.012, 111.014 und vier Modelle gab, von 1966 bis 1967 ausserdem den Kombi „Universal“. Diese wurden in Daimler-Benz-Lizenz bei I.M.A. in Mechelen (Belgien) gefertigt. Binz in Lorch (Württemberg) und Miesen in Bonn fertigten Ambulanzen, aber auch Leichenwagen, Lieferwagen und Kombis. Dazu noch einige weitere Hersteller, die aber in sehr geringen Stückzahlen ebenfalls meist Bestattungsfahrzeuge und Nutzfahrzeuge auf Basis des 111.014 umbauten.

Mercedes-Benz W111 Limousine in Filmen und TV Serien
und die große Heckflosse ist wahrlich oft eingesetzt worden, dazu in sehr vielen Filmen in der Hauptrolle. Insgesamt ist die Limousine weltweit bis heute über 1.300 mal eingesetzt worden. Davon einige Male als Bestattungslimousine von Herman Karosseriewerk, Mercedes-Benz 220 S Bestattungswagen Pollmann und auch von Bestattungswagen Welsch. Weiters einige Male als Chauffeurslimousine lang z.B. in der Fernsehserie Stadtklinik von 1993-2000. Weit weniger dagegen die beiden Nachfolgemodelle W 111 Cabrio und Coupé.

Kunstbilder / Oldtimer Poster kaufen:
Für Bestellungen einzelner Poster/Plakate biete ich
verschiedene Formate unter Oldtimer Poster bei Art Heroes an.
I offer different formats and sizes for the Poster.
To ordering click the following link: prices (Preise)