Alfa Romeo Giulietta Sprint (750/101)

Alfa Romeo Giulietta Sprint Tipo 750/101

Alfa Romeo Giulietta Sprint

  • gehört zur Giulietta-Reihe von Alfa Romeo, deren Name auf die Giulietta-Modelle der Nachkriegszeit verweist. Die Bezeichnung “Sprint” signalisiert sportliche, kompakte Limousine mit betontem Fahrvergnügen.
  • Erste Generation (1954–1960):
    • Entstehung: Entwickelt als schneller, kompakter Viersitzer, der sportliche Ansprüche mit Alltagstauglichkeit verbinden sollte. Technisch basierte sie auf dem erfolgreichen Giulietta-Baukasten, nutzte vordere Einzelradaufhängung, konventionellen Vorderradantrieb und war mit Breitbau-Querschnitt-Design typisch für die Zeit.
    • Design: Coachwork von Offenheit geprägt, mit fließenden Linien, kurzem Heck und präsenter Kühlerfigur. Die Giulietta Sprint war stilprägend für Alfa Romeo im 50er-Jahre-Stil.
    • Motor und Technik: Typischerweise 1.3–1.6-Liter-Reihen-Vierzylinder, je nach Varianten mit leistungsfähigerer Abstimmung. Mechanik als guter Kompromiss aus Leistung, Handhabung und Zuverlässigkeit.
    • Bedeutung: Half Alfa Romeo, das Image als sportliches, dennoch praxisnahes Automarke neu zu definieren, und legte die Basis für spätere „Sprint“-Versionen.
  • Zweite Generation (Junior/Alfasud-Ära) und spätere Entwicklungen:
    • Die Giulietta-Modelle wurden im Laufe der Jahre weiterentwickelt, aber die Bezeichnung „Sprint“ blieb oft als sportliche Variante oder Sondermodell erhalten, mit verschiedenen Hubraumgrößen und Leistungsstufen.
  • Kontext und Motorsport:
    • Die Giulietta-Reihe war eng mit Alfa Romeos sportlicher Tradition verbunden. Sprint-Varianten trugen dazu bei, das sportliche Image der Marke in den 1950er Jahren zu stärken.
    • Motorsport-Engagement (speziell in den 1950er–60er Jahren) unterstützte das Markenimage, auch wenn Sprint-Modelle primär Straßenfahrzeuge waren.
  • Gesamtbedeutung:
    • Die Giulietta Sprint steht als Symbol für die Übergangszeit, in der Alfa Romeo sportliche Kompaktheit neu definierte: kompakte Maße, ansprechendes Design und ausreichende Leistung für die Straßen von damals.
    • Ihre Designsprache beeinflusste späterere Alfa-Modelle und bleibt ein Klassiker im Alfa-Portfolio der Nachkriegszeit.

Alfa Romeo Giulietta Sprint 1600 in Originalfarbe Poster by Art Heroes

Die Giuletta Sprint wurde schon von Anfang 1954 produziert, jedoch mit kleineren Motoren, interne Typnummer 750, ab Herbst 1958 in Nr. 101.
Im Grunde genommen baute man ein schnelles Sportcoupé zum günstigen Einsteigerpreis um es einem größeren Kundenkreis erschwinglich zu machen. Mit Spitzengeschwindigkeiten kamen die Modelle Sprint und Spider bis 165 km/h und mit Veloce-Motor auf 180 km/h. Der Sprint Zagato (Spitzname „Brötchen“), dessen Karosserie aus Aluminium bestand und nur 750 kg Gesamtgewicht hatte, mit 2 Doppelvergaser Weber 40 DCOE, brachte es sogar auf stolze 215 km/h aus 1290 ccm Hubraum.
Somit gehörten die Giuliettas damals zu den schnellsten Fahrzeugen im Straßenverkehr, zu dieser Zeit noch eine Marktlücke, die später zunehmend auch von anderen Automobilherstellern kopiert wurde.
Also ein Alfa Julchen mit bis zu 200 km/h Spitzengeschwindigkeit…

Alfa Romeo Giulietta Sprint Art Car Poster by Art Heroes

Erst ab 1958 kam die hier gezeigte Giuletta Sprint 1600 mit 92 PS Motor aus 1570 ccm auf den Markt. Zusätzlich hatte sie auch wesentlich größere Rückleuchten, die hier sehr schön zu sehen sind. Gezeichnet und gebaut hat sie mit Felice Buano die Carrozzeria Bertone, die damit in den 1960er Jahren zum Inbegriff für das italienische Design der Nachkriegszeit wurde.

Alfa Romeo Giulietta Sprint 1600 Poster by Art Heroes

Im deutschsprachigen Raum werden die Giulietta oft liebevoll „Julchen“ genannt, fast eine Verniedlichung für diese kleinen, jedoch äusserst agilen, wie auch sportlichen Automodelle von Alfa Romeo, 1961 war Schluss, dann kam die Giulia.

Werbung/Advertising für Giulietta von 1963 und rechts im August 2002
Alfa Romeo - take a jet! Advertising Pubblicità Werbung Broschur Alfa Romeo Giulietta Sprint 1600 Advert

Alfa Romeo Giulietta Sprint 2. Serie technische Daten
Modell: Typo 750 B, ab Herbst 1958 Typo 101.02
Hersteller: Carozzeria Bertone
Karosserie: Coupé (Bertone Sprint)
Sitzplätze: 2+2 Sitzplätze
Türen: 2türig
L x B X H: 398 x 153,5 x 132 cm
Radstand: 225 cm
Hubraum: 1.290 ccm
Motorleistung: 92 DIN-PS bzw. 106 SAE-PS bei 6200 U/min
Motorkonstruktion: Vergasertyp Solex 32 PAIA 5, Batterie 50 Ah.
Höchstgeschwindigkeit: 172 km/h
Leistungsgewicht DIN: 10,5 kg/DIN-PS
Getriebe: 4-Gang, Schalthebel in der Mitte
Fahrwerk: Vorn Einzelradaufhängung mit Trapez-Dreieckquerlenkern und Schraubenfedern. Hydr. Fussbremse, vorn Girling-Scheibenbremse, hinten Trommelbremse
Benzintankinhalt: 58 Liter, davon 10 L Reserve.
Benzinverbrauch (CUNA): 9 L/100 km Werksangabe
Kofferraum: 250 Liter
Gewicht trocken: 975 kg
max. zulässiges Gesamtgewicht 1295 kg
Preis in 1959: 14.980 DM
Stückzahl 1954–1962 Sprint: 24.084 Exemplare
Stückzahl 1954–1964 über alle Modelle: 177.513 Exemplare
Nachfolgemodell: Alfa Romeo Giulia GT Baureihe 105 (1963–1975)
Designer: Giuseppe Scarnati hat die Urform entworfen, ab 1971 Direktor von Centro Stile Alfa Romeo. Felice Mario Boano (1903-1989) von Ghia Carozzeria und Franco Scaglione (1916-1993) von Bertone haben den Entwurf zur Serienreife weiterentwickelt.

Modelle / Typenbezeichnung Typenkürzel bis 1958 Typenkürzel ab 1959 Bauzeit Stückzahl
Berlina 750 C 101.00/28 1955–1964 39.057
Berlina t.i. 753 101.22/11/29 1957–1964 92.728
Sprint 750 B 101.02 1954–1962 24.084
Sprint Veloce 750 E 101.06 1956–1962 3.058
Spider 750 D 101.03 1955–1962 14.300
Spider Veloce 750 F 101.07 1955–1962 2.907
Promiscua (fünftüriger Kombi) 750 C 101.22 1957–1962 91
Sprint Zagato 101.26 1958–1961 210
Sprint Speciale 101.20 1959–1966 1.366

Hier sind ca. 43 unbearbeitete Bilder verschiedener Alfa Romeo Giulietta Sprint und Spider sowie zwei weitere historische Reklameblätter. Dazu noch eine Alfa Romeo Giulietta Sprint Speciale (1959-1966) 

und eine Giulietta Sprint Spider Veloce bei der Bodensee-Oldtimer-Rallye in 2023, die bei teils sehr heftigem Sturmregen stattfand.

Alfa Romeo Giulietta Sprint in Film und Fernsehen
„Die Dinge des Lebens“ (Originaltitel 1970: „Les choses de la vie“) mit Romy Schneider und Michell Picolli dürfte so manchem vielleicht noch bekannt sein, wo während der Filmaufnahmen fünf Giulietta Sprint für eine Unfallszene zu Schrott gefahren wurden, bis alles im Kasten war. Ursprünglich waen es sogar 10 Giulietta Sprint, die man für den Film kaufte, doch letztendlich benötigte man doch nicht alle. Es gab noch einige deutsche  Kinofilme, wo sie eingesetzt wurde, jedoch eher in einer Statistenrolle im Hintergrund.
Gesamt wurde das Modell nicht sehr oft eingesetzt, nur ca. 230 Filmeinsätze und nur ganz wenige in einer Hauprolle.

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