
Der Alpine A310 (auch: Alpine Renault A310 oder Renault Alpine A310) ist ein Sportwagen des französischen Automobilherstellers Alpine, produziert von 1971–1985.
Die A310 wurde ab 1968 von Jean Rédélé entwickelt, der damals alleiniger Inhaber der Sportwagenmarke Alpine war. Sein Vorgänger war die Alpine A110 Berlinette, die noch gleichzeitig bis 1977 produziert wurde. Die Nachfolgemodelle waren Alpine V6 GT und Alpine V6 Turbo (sh. Bild unten).
60 Jahre und kein bisschen weise sang Curt Jürgens 1975 und wenige Jahre vorher erschien die Alpine A310 und kurze Zeit später wurde die heute über 60-jährige A110 eingestellt und ab 2017-2026 in einer Neuauflage (Typbezeichnung: AEF) wiederbelebt und mittlerweile ist diese Produktionlinie auch schon wieder beendet. Also mit 2025 ein Jahr nach dem 70-jährigen Jubiläum von Alpine.
Es beginnt mit einer Idee, dann folgt ein Lasten- und Pflichtenheft. Was schließlich vom Fließband rollt, entspricht zwar nicht zu 100 % den selbst gesetzten Wünschen, sieht jedoch schon sehr gut aus. Dann kommt der Kunde ins Spiel. Es sieht großartig aus, ist jedoch etwas lahm in der Performance und viel zu teuer!
Dies ist nur ein Beispiel dafür, wie Wunsch und Wirklichkeit im Automobilbau aussehen können – letztendlich entscheidet der Kunde.
Die Entwicklung begann 1968 und das Fahrzeug wurde 1971 mit viel Tam-Tam auf dem Genfer Automobilsalon im März vorgestellt.
Peter Monteverdi hatte Jahre vorher mutmaßlich bei Trevor Fiore/Carrozzeria Fissore über die Schulter gesehen und den ähnlich aussehenden Monteverdi Hai 450 entwickelt.
Was war bis 1971 geschehen?
Vorgesehen war ein komfortables Sportcoupé als 2+2-Sitzer auf dem Zentralrohrrahmen des A110 GT4, um Geld zu sparen. Soweit nicht unüblich und durchaus normal.
Heraus kam jedoch ein Fond mit geringer Kopffreiheit und es fand sich kein Platz mehr für einen Kofferraum, außer für ein paar Vertiefungen hinter den Sitzen. Die Hinterachse entstammte dem Renault 8, der kam aber mit doppelten Querlenkern statt als Pendelachse. Das Vierzylindertriebwerk stammte vom Renault 16 TS. Man wollte jedoch den wesentlich stärkeren, neuen PRV-V6-Motor (Peugeot, Renault und Volvo). Doch der war noch nicht fertig.
Somit standen anfänglich nur 85 kW/115 PS zur Verfügung. Mit elektronischer Einspritzanlage und 91 kW/124 PS ging es ab 1973 in den Export. Die Karosserieteile laminierten die Mitarbeiter in Dieppe von Hand. Türen und Hauben wurden aus jedem Auto einzeln ausgeschnitten, wodurch die Ersatzteile jeweils angepasst werden mussten. Die Heckscheibe bestand aus schuppenartig übereinander angeordneten schwarzen Kunststoffelementen. Da dies bei verschiedenen Zulassungsbehörden jedoch keinen Gefallen fand, gab es ab 1974 serienmäßig eine normale Glasheckscheibe. Bei der Serienfertigung wurden die Rückleuchten unter die Stoßstange gesetzt, bei der Präsentation waren sie noch darüber befestigt.
1975 kam schließlich der langersehnte V6-Motor mit 110 kW/150 PS aus 2,7 Litern Hubraum, wodurch der gewünschte Verkaufserfolg merklich stieg. Vom Vierzylindermodell konnten bis dahin nur etwa 2.340 Exemplare verkauft werden. Beim V6-Modell waren es 9.276 Fahrzeuge. Schließlich stand ab 1981 eine Höchstgeschwindigkeit von 225 km/h zur Verfügung. Ausserdem gab es ein kleines Facelift, die Scheinwerfer wurden etwas kleiner und hatten nur noch zwei Einzelleuchten statt bisher drei. Die Lufteinlässe entfielen vor der Windschutzscheibe und am Heckabschluss wurde nun eine kleine Spoilerlippe befestigt.
Für den Motorsport kam dieser trotz einiger Sondermodelle wie dem A310 GT Pack oder dem Alpine A310 V6 Group 4 zu spät. Da waren andere längst technisch weiter, obwohl es sich damals um den schnellsten französischen Neuwagen handelte, der in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigte.
Renault Alpine A310 V6 ab 1976 technische Daten
Karosserie: Coupé
Zylinderzahl / Motorbauart: 6-Zylinder V-Motor
Modifikation (Motor): 2.7 V6 mit 110 kW (150 PS)
Rennversion: 198 kW (270 PS.)
Leistung pro Liter Hubvolumen: 56.3 PS/l
Einbaulage / Richtung: hinten / längs
Hubraum / Verdichtung: 2664 cm³ / 10,1:1
max. Drehmoment: 204 Nm bei 3500 U/min
Verbrennungsverfahren: Otto
Nockenwellenantrieb: Kette
Antriebsart: Hinterradantrieb
Getriebe: 5-Gang Schaltgetriebe
Türen / Sitzplätze: 2 / 2
Außenmaße: 4180 x 1640 x 1150 mm
Radstand: 2270 mm
Leergewicht: 1080 kg
Radaufhängung: Einzelradaufhängung / Einzelradaufhängung
Federung Basis: Schraubenfedern, Stoßdämpfern / Schraubenfedern, Stoßdämpfern
Stabilisatoren vorn/hinten: ja / ja
Lenkerkonstruktion: Querlenkern / Querlenkern
Vorderrad Reifen: 190/55 VR 340
Hinterrad Reifen: 220/55 VR 365
Felgen Größe v/h: 7J x 13
0-100 km/h: 7,8 s
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h
Verbrauch – Innerorts: 16.6 l/100 km
Verbrauch – Außerorts: 7.4 l/100 km
Kraftstoff: Super Benzin
Tankvolumen: 62 Liter
Kofferraum: keiner, nur eine Vertiefung hinter den Vordersitzen
Produktion: 2.340 Fahrzeuge des A310 mit Vierzylindermotor (1971–1976)
Produktion: 9.276 Fahrzeuge des A310 mit V6-Motor (1976–1985)
Produktion: 11.616 Fahrzeuge alle Modelle
Alpine A310 V6 Preis 1981: ca. 44.000 DM je nach Ausstattung
Designer: Trevor Fiore (Großbritannien), damals Designchef bei Fissore
V6-Facelift (1980–1985): Chefdesigner Robert Opron
Vorgängermodell: Alpine A110
Nachfolgemodell: Alpine GTA
Weitere A310 Modelle
Alpine A310 V6 intern: 2700VA
Alpine A310 V6 Pack GT (1983-1985) intern: 2700VAA
A310 V6 Kit Boulogne (wenige Werksfahrzeuge)
Alpine A310 V6 Group 4 (Stückzahl 6 Exemplare)
Circa 65 unbearbeitete Bilder von der A310, wobei die meisten 2018 beim Alpine-Treffen in Markt Rettenbach bei Kern-Tuning entstanden. Dazu drei Blätter mit historischer Reklame und ein A310 Insider-Tipp aus Motor-Klassik 2023.
Alpine A310 im Motorsport
Die A310 war schon einiges unterwegs und mal oder weniger erfolgreich. In Le Mans 1977 und 1978 am Start nur leider DNF. Fahrer waren 1977 bei #87 Bernard Decure (F)/Jean-Luc Thérier (F)/“Cochise“ (F) und 1978 mit #73 Guy de Saint-Pierre (F)/Marcel Mignot (F) did not qualify.
Besser war es 1980 in National Montlhéry [Gr.4/Gr.5/Gr.6] mit einem 1. Platz und dem Fahrer Michel Bessac. Noch besser war es in Ronde Cévenole 1975 mit Jean-Luc Thérier (F) als Gesamtsieger. Weitere Plätze 2 bis 4 gab es in Hockenheim, Ronde Cévenole und National Montlhéry. Weitere Einsätze gab es noch beim Giro d’Italia und Zolder.
Somit weit im Schatten der überaus erfolgreichen A110.
Mit einer Calberson-Alpine A310 V6 mit Guy Fréquelin und Jacques Delaval wurden diese französische Rallye-Meister 1977. Im gleichen Jahr gewann Jean Ragnotti die französische Rallycross-Meisterschaft mit dem Alpine A310 V6. Der Österreicher Herbert Grünsteidl gewann mit einem weitgehend baugleichen Alpine A310 V6 die FIA-Rallycross-Europameisterschaft.
Nach der Übernahme von Renault in 1978 wurden alle motorsportlichen Aktivitäten für Alpine-Modelle beendet. Heute werden sie, wie viele andere ältere Modelle auch, nur noch bei sogenannten Vintage-Racings eingesetzt.
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