Chevrolet Corvair

Chevrolet Corvair (1960-1969)

Der Chevrolet Corvair ist ein amerikanischer Wagen mit einem luftgekühlten Sechszylinder-Boxermotor im Heck. Das Modell wurde von 1959 bis 1969 in über 1,7 Millionen Exemplaren gebaut.

Obwohl es kein Nachfolgemodell gab, ist der Corvair in den USA nach wie vor sehr beliebt. Es gibt dort zahlreiche Fanclubs, ebenso wie in Europa. Und natürlich gibt es auch Sammler und Fans speziell von Boxermotoren.

Diese Scheinwerferanordnung und die Frontpartie erinnern vielleicht manchen an den NSU 1000 TT, dem Fiat 1500 und dem Hillman/Sunbeam Imp ab 1963 mit seinen Doppelscheinwerfern. Gibt noch einige mehr die alle danach mit ähnlichem Design und Frontgesicht auftauchten. Und natürlich der Heckmotor, der jedoch ein 4-Zylinder-Reihenmotor war. Das NSU-Modell kam jedoch erst 1965 auf den deutschen Markt. Kann also durchaus sein, dass der Corvair ein wenig das Vorbild war ohne es jedoch beweisen zu können. Wobei der Chevrolet Corvair insgesamt eleganter und gestreckter daher kommt, ganz nach dem Motto, Länge läuft besser und schöner.

Der Chevy mit Boxermotor hinten und ohne Heckflossen wurde 1960 „Auto des Jahres“ des Motor Trend Magazin/USA.

In Kürze mehr…

Chevrolet Corvair Coupé Poster by Art Heroes

Es sollte das konkurrenzfähige Gegenstück zum meist importierten Automobils von Amerika werden, dem VW Käfer bzw. Beetle. Günstiger Preis, wesentlich größer und schneller mit extra durchzugsstarkem 80 PS-Boxermotor im Heck. Das Design gefällig und natürlich massentauglich, der Preis begann mit ca. 2.000 Dollar, der VW Käfer mit seinen lächerlichen 30 PS kostete damals auch schon 1.600 Dollar. Allerdings war es auch bei den in den USA hergestellten Automobilen nicht günstiger, diese kosteten damals im Schnitt etwa 2.600 Dollar.

Zuerst kam eine Limousine auf den Markt und im gleichen Jahr schon ein Coupé mit 95-PS-Motor. Schon ein Jahr später im Jahr 1961 wurde die Corvair-Palette um einen Kombi sowie um Pickup- und Van-Karosserievarianten erweitert. 1962 kam das Monza Cabriolet auf den Markt. Die Verkaufszahlen waren anfangs gut und pendelten zwischen 250.00 bis über 330.00 verkauften Exemplaren der 1. Generation bis 1965, seltsamerweise waren die Sportcoupés und Cabrios die beliebtesten Modelle. Im gleichen Jahr kam die Version des Monza Spyder mit Turbolader und einem 150-PS-Motor auf den Markt, er war mutmaßlich das erste amerikanische Serienauto mit einer Turbine.

Wo Erfolg blüht und wächst, kommt auch bald Konkurrenz auf dem Markt. Die preisgünstigen Corvair-Modelle veranlasste Ford, intensiv an seinem neuen Mustang zu arbeiten, der 1964 vorgestellt wurde und bereits im folgenden Jahr Verkaufsrekorde brach. Das mit einem für die USA üblichen V8-Motor für nur je nach Version zwischen 2.368 bis 2.627 US-Dollar. 1964 sank daraufhin die verkaufte Anzahl der Corvair auf nur noch 215.300 Exemplare und 1965 war kaum besser, obwohl es ein großes Facelift mit der 2. Generation gab. Zu den neuen Optionen gehörten ein 140 PS (100 kW) Motor, Teleskoplenksäule, AM/FM, FM-Stereoanlage und einiges andere mehr.
1965-1966 kam die stärkste Version aller Zeiten: der Corvair Corsa Turbo mit einem 2,7-Liter-Sechszylindermotor mit 180 PS.

Chevrolet Corvair Poster by Art Heroes

Doch all dies half nichts gegen Ralph Naders Buch Unsafe at Any Speed wo er speziell auf die Konstruktionsschwächen mit seiner Pendelachse der hintere Radaufhängung beim Chevrolet Corvair von General Motors hinwies. GM hat zwar nachgebessert und sich daraufhin auf einen längeren Gerichtsstreit mit R. Nader eingelassen, was das Buch noch populärer werden ließ. Komischerweise ging er nur beim Corvair auf diese Pendelachse ein, obwohl es noch einige andere US- und vor allem deutsche Modelle wie VW oder Porsche in den USA gab mit der gleichen Hinterradkonstruktion.
Doch es half einfach nichts: Der Absatz der Corvair-Modelle brach im Jahr 1966 dennoch um die Hälfte auf etwas mehr als 109.800 verkaufte Exemplare ein. Und in den Folgejahren bis Produktionsende nur noch 6.000 Exemplare.
Allerdings der Sargnagel für den Corvair wurde schon vor dem PR-Desaster mit Ralph Nader zu sehen. Es war der Ford Mustang, der 1964 mit seiner neuen Sportlichkeit und seinen teils brachialen V8-Motoren für wenig Geld völlig neue Maßstäbe setzte. Dem unerwartet, riesigen Erfolg der Muscle-Cars musste GM unbedingt etwas entgegensetzen, 1967 wurde der Camaro vorgestellt und den Corvair ließ man daraufhin 1969 stilschweigend ohne Nachfolger auslaufen. Im Mai 1969 lief das letzte Modell von fast 2 Millionen Exemplare vom Band.

Chevrolet Corvair kaufen
Doch wie so oft, Totgesagte leben länger als man denkt, denn seit einigen Jahren sind die Corvair-Modelle wieder im Aufwind und das nicht nur in den USA.
Für Ersatzteile, Rat und Tat gibt es in den USA circa 100 bis 110 regionale Corvair-Clubs. Diese sind als offizielle Ortsverbände (sogenannte „Chapters”) unter dem Dachverband „Corvair Society of America” (CORSA) organisiert. Auch in Deutschland und der Schweiz gibt es große Clubs, die einem beim Kauf oder der Suche nach Ersatzteilen sehr gut weiterhelfen können.
Das Angebot einen Chevrolet Corvair zu kaufen ist nicht gerade riesig, dafür die Modelvielfalt, die angeboten wird, schon eher. Von der Limousine, Cabrio, bis Kombi und sogar ein Chevrolet Corvair 95 Rampside Pickup ist bei https://de.dyler.com/ alles dabei. In den USA z.B. unter https://classiccars.com dafür umso mehr und selbstverständlich die ganze Modellpalette der damaligen Zeit.
Stand: September 2026
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Chevrolet Corvair Scheinwerfer Poster by Art Heroes

Chevrolet Corvair technische Daten
Produktion: 1960 – 1969
Getriebe: manuell, automatisch
Motorspezifikation: 2,3-2,7 Liter-Sechszylinder-Boxermotor mit Luftkühlung
Karosserieversionen: Limousine, Coupé, Cabriolet, Kombi, Bus, Pickup

Motorbauart: 6-Zylinder-Boxermotor, längs im Heck eingebaut
Motorart: Ottomotor
Motorarbeitsverfahren: Viertakt
Kraftstoffart: Benzin
Fahrzeugvergaser: 1 Rochester Vergaser
Hubraum: 2296 cm³ / 2381 cm³ / 2685 cm³
Bohrung x Hub: 85.70 x 66.00 mm
Kühlung: Temperaturgesteuerte Luftkühlung mit Gebläse
Verdichtung: 8.00
Motorleistung: 81 PS / 80 HP / 60 kW @ 4400 U/min
Drehmoment: 170 Nm / @ 4400 U/min
Antriebsart: RWD
Getriebe: 3 Gang Manual Getriebe
Brennstoff: Benzin
Tankinhalt: 42.1 L
Katalysator: Nein

Chevrolet Corvair Maße und Gewicht
L x B x H: 4572 x 1699 x 1302 mm
Radstand : 2743 mm
Spur vorne/hinten: 1372 mm
Bodenfreiheit: 152 mm
Leergewicht‎: 1095 kg
Leistungsgewicht: 13.5 kg
Kofferraumvolumen: circa 400 Liter vorne bei Limousine

Chevrolet Corvair Bremsen, Reifen, Lenkung und Federung Chevrolet Corvair Bremsen, Reifen
Bremsen vorne hinten: Scheiben 229 mm
Reifengröße vorne/hinten: 175/80 R13, 185/80 R13 (für spätere Modelle)
Felgen Größe vorne/hinten: 13-Zoll-Felgen

Gängige Umrüstgrößen (bei Wechsel auf 14- oder 15-Zoll-Felgen)
185/70 R14 oder 195/70 R14 (auf 14-Zoll-Felgen)
205/60 R15 oder 205/65 R15 (auf 15-Zoll-Felgen)

Chefdesigner: Bill Mitchell
First Generation (1960–1964), Designer Ned Nickles, Carl Renner
Second Generation (1965–1969), Designer Ron Hill
Verkaufspreis 1960: US$ 1.984 – 2.238
Verkaufspreis 1969: US$ 2.528 – 2.641
Gesamtstückzahl über alle Modelle: 1.835.170 Exemplare

In jedem der ersten sechs Modelljahre wurden mehr als 200.000 Corvair verkauft. Der VW Käfer wurde im Jahr 1960 fast 160.000 mal in den USA verkauft, aber vom Ford Falcon wurden über 435.000 Einheiten abgesetzt.

Chevrolet Corvair Scheinwerfer Poster by Art Heroes

Produktionsstandorte außerhalb der USA mit CKD-Bausätzen produziert

Belgien: Antwerpen (CKD)
Kanada: Oshawa (Oshawa Car Assembly)
Mexico: Mexico City (CKD)
Südafrika: Port Elizabeth (CKD)
Schweiz: Bienne (CKD)
Venezuela: Caracas (CKD)

Chevrolet Corvair Coupé Poster by Art Heroes

Chevrolet Corvair Modelle und Varianten
Chevrolet Corvair Serie 500 (1. Generation 1960–1964)
Chevrolet Corvair Deluxe Serie 700 (1. Generation 1960–1964)
Chevrolet Corvair Monza Serie 900 (1. Generation 1960–1964)
Chevrolet Corvair 500 Series 101 (2. Generation 1965–1969) Turbo-Air und Turbo-Charged
Chevrolet Corvair Monza Series 105 (2. Generation 1965–1969) Turbo-Air und Turbo-Charged
Chevrolet Corvair Corsa Series 107 (2. Generation 1965–1969) Turbo-Air und Turbo-Charged
Chevrolet Corvair Deluxe
Chevrolet Corvair Lakewood Station Wagon
Chevrolet Corvair Monza
Chevrolet Corvair Monza Coupé
Chevrolet Corvair Monza Spyder
Chevrolet Corvair Monza Sport Sedan
Chevrolet Corvair Monza Coupé
Chevrolet Corvair Cabriolet
Chevrolet Corvair Corsa Turbo
Chevrolet Corvair 95 (Mischung aus Van und Pickup-Truck) 1961-1965
Chevrolet Corvair 95 Rampside Camper
Chevrolet Corvair Rampside Pick-Up, 1961-1965
Chevrolet Corvair Greenbrier Sportswagon, 1961-1965
Chevrolet Corvair Ultra Van (Wohnmobil)
Chevrolet Corvair Monza GT concept
Chevrolet Electrovair II Experimental (Elektromobil-Autostudie)

Racing und modifizierte Corvairs
Yenko Stinger, Umbau für den Motorsport
Fitch Sprint
Winfield Reactor und Piranha

Circa 44 unbearbeitete Bilder wie ich verschiedene Chevrolet Corvair-Modelle bei Oldtimertreffen und – messen vorgefunden habe.

Chevrolet Corvair in Filmen und TV Serien
Über 1.100-mal wurden die Chevrolet Corvair mit allen Varianten und Modelljahregängen von überwiegend amerikanischen Regisseuren eingesetzt und fahren gelassen. Dies nicht nur für das amerikanische Fernsehen und Kino, sondern durchwegs auch international, aber natürlich auch in der Top Gear-Serie oder bei Jay Leno’s Garage mehrmals, die auch in Europa angesehen wird.
In deutschen Kinos taucht die Corvair nur einmal in Ein Käfer auf Extratour, Kinofilm von 1973 auf. Dann noch in Polizeifunk ruft, einer Fernsehserie von 1966-1970 und noch eine kleine Handvoll anderer unbedeutender, uralter Fernsehserien die heute so gut wie niemand mehr kennt.

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