Der Mercedes-Benz W 201 (1982-1993) ist ein Fahrzeug der Mittelklasse und Vorläufer der C-Klasse. Die Fahrzeuge dieser Baureihe wurden gemeinhin als „Baby-Benz“ bezeichnet, vermarktet wurden sie jedoch immer als Mercedes-Benz 190.
Der 190er war nicht nur äußerlich ein Stilbruch bei Mercedes-Benz, sondern auch die Produktion die erstmals in zwei Werken gleichzeitig in Bremen und Sindelfingen stattfand. Kein Chrom mehr ausser beim Kühlergrill, der Rest der Karosserie eher schmucklos geformt wie eine Schuhschachtel. Dafür bei Mercedes erstmals mit einer Raumlenker-Hinterachse ausgestattet, ein neuentwickelter Dieselmotor OM 601 für den W 201. Dann ein Einarmwischer mit Hubtechnik. Statt der Mercedes-typischen Fußfeststellbremse gibt es einen „normalen“ Handbremshebel auf der Mittelkonsole, weil innen zu wenig Platz war. Dann 51 Farben erhältlich, die mit 10 verschiedenen Polster- und Lederfarben, das übertraf sogar den NSU Ro 80. Und zu allerletzt 18 Motorvarianten aus Diesel-, Benzin, 4, 5 und 6-Zylinder Motoren.
Dieses riesige Angebot wurde natürlich erst im Laufe der Jahre ausgebaut, lief der Anfangsverkauf eher schleppend um es diplomatisch auszudrücken, war es doch das Konkurrenzprodukt zum BMW E30.
Dennoch wurde es nach über 10 Jahren ein voller Erfolg mit ca. 1,9 Millionen verkaufter Fahrzeuge und ist heute längst ein Klassiker erster Wahl und tauchen vermehrt bei Oldtimertreffen und -messen meist in größerer Anzahl auf.
Und natürlich war er wie damals oft üblich auch bei anderen Autoamrken äusserst karg ausgestattet für seinen hohen Preis, rechter Aussenspiegel gab es z.B. erst 1988 serienmäßig u.v.a.m. Doch den größten Sprung bei Mercedes machte dieser als Sportwagen, der dann auch im Motorsport und zwar sehr erfolgreich eingesetzt wurde, sein Name 190 E 2.5-16 Evolution. Im Profi-Motorsport mit dem Mercedes-Benz 190 (W201) Evo II DTM 1992 #3 unter Klaus Ludwig und EVO2 AMG #5 BERLIN 2000 DTM 1992 mit Ellen Lohr. In der Saison 1992 gewann er 16 von 24 Rennen der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) und belegte in der Endabrechnung die Plätze eins bis drei.
Mercedes-Benz hatte damals erstmals wieder einen echten Sportwagen im Angebot und die EVO-Modelle erzielen heute Höchstpreise von 100.000 Euro bis gut über 250.000 Euro (Stand: Oktober 2026).
Der Nachfolger des erfolgreichen Baby-Benz W 201 wurde 1993 die Baureihe 202 unter der Bezeichnung „C-Klasse“.
In Kürze mehr…
Der Mercedes-Benz W 201 (190er) wurde über seine Bauzeit (1982–1993) hinweg insgesamt in 18 verschiedenen Motorvarianten (Benzin und Diesel) angeboten.
Übersicht der Motorenpalette
• Benzinmotoren (Vierzylinder & Sechszylinder):
• Vergaser: 2,0-Liter (66 kW / 90 PS)
• Einspritzer (4-Zylinder): 1,8-Liter (80 kW / 109 PS), 2,0-Liter (90–87 kW je nach Kat/Ausführung bis zu 93 kW / 126 PS), 2,3-Liter (97–100 kW), Sport- und 16-Ventil-Modelle mit Cosworth-Zylinderköpfen als 2,3-16 und 2,5-16 bis hin zu den Evolution- und Evolution-II-Modellen (bis zu 173 kW / 235 PS)
• Sechszylinder-Einspritzer: 2,6-Liter (M103, ca. 118–122 kW / 160–166 PS)
• Dieselmotoren (Vierzylinder & Fünfzylinder OM 601 / OM 602):
• 2,0-Liter Vierzylinder-Diesel (53 kW / 72 PS)
• 2,5-Liter Vierzylinder/Fünfzylinder-Diesel und 2,5-Liter Turbodiesel (bis zu 93 kW / 126 PS)

Lacke, Polster und Sondermodelle
Der W 201 war über seine dekadenlange Bauzeit regulär in 51 Farben erhältlich, die mit 10 verschiedenen Polster- und Lederfarben kombiniert werden konnten. Hinzu kamen die Lackierungen sowie Sonderpolster- und Lederfarben der Sondermodelle
Avantgarde-Modelle (1992–1993)
Anfang der 1990er-Jahre brachte Mercedes-Benz die dreiteilige Avantgarde-Reihe auf den Markt, um die Baureihe zu verjüngen. Weltweit wurden davon insgesamt 4.600 Exemplare gebaut:
190 E 2.3 Azzurro (blau), ca. 950 Stück
190 E 1.8 Rosso (rot), ca. 2300 Stück (Davon nur ca. 600 bis 900 Stück mit 4-Gang-Automatikgetriebe, davon einige mit Klimaanlage)
190 D 2.5 Verde (grün), ca. 750 Stück
Gemeinsamkeit: Alle Avantgarde-Modelle trugen einen „Avantgarde“-Schriftzug mit farbiger Unterstreichung auf dem Handschuhfachdeckel sowie ein Sportfahrwerk und Leichtmetallfelgen. Für den Schweizer Markt gab es zudem die Variante Primavera.
Der Primavera 190er – Das Schweizer Sondermodell
Der Primavera 190er wurde nur für die Schweiz als Sondermodell produziert und zum Genfer Salon 1993 als 190 E 1.8 bzw. 2.3er vorgestellt. Er hat das spezielle grünmetallic (avantgardegrün) und die Polsterung entspricht dem Avantgarde Verde. Ausgeliefert wurde er mit Achtlochfelgen mit der Bereifung 205/55/15.
Sportline-Modelle (ab 1989)
Das Sportline-Paket war ab Sommer 1989 als sportliche Aufwertung erhältlich (kein reines, strenglimitiertes Sammlermodell im klassischen Sinn, aber weit verbreitet und beliebt mit über 13.000 verkauften Einheiten):
- Tieferlegung um ca. 22 mm und strafferes Fahrwerk
Direktere Lenkübersetzung
Sport-Lederlenkrad (39 cm) und Lederschaltknauf mit Sportline-Plakette
Karo-Sportsitze mit ausgeprägten Seitenwangen sowie Einzelsitzanlage im Fond
Sportline-Embleme an den Saccobrettern (Seitenschutzleisten) - 190 E 2.5-16 Evolution, 1989, 502 Stück, Blauschwarzmetallic
- 190 E 2.5-16 Evolution II, 1990, 502 Stück, Blauschwarzmetallic
- 190 E 3.2 AMG, ab 1992
- 190 Limited Edition 1,8/2,0, ab 1992, 1000 Stück, Samtblau, Brillantsilber, Burgunderrot (nur für den britischen und irischen Markt gebaut)
- 190 Limited Edition 2.3, 1993, 700 Stück, Smaragdgrün, 700 Stück 2,6 Schwarz (nur für den US-amerikanischen Markt gebaut)
- Prototyp eines Cabriolets (1990) auf Basis eines 190 E 2.6
- 1990 entsteht auf Basis eines E 2.6 der Prototyp eines Cabriolets. Eine Serienproduktion erfolgte nie, ab 1991 wurde aber von der Baureihe 124 ein Cabrio gebaut.
Prototyp eines Cabriolets (1990) auf Basis eines 190 E 2.6
1990 entsteht auf Basis eines E 2.6 der Prototyp eines Cabriolets. Eine Serienproduktion erfolgte nie, ab 1991 wurde aber von der Baureihe 124 ein Cabrio gebaut
AMG 190 E 3.2 Berlin 2000: Anlässlich der Bewerbung Berlins für die Olympischen Spiele 2000 baute AMG rund 180 Stück mit einem 3,2-Liter-Reihensechszylinder (234 PS) und eigenständiger Optik (sh. Bildergalerie).
DTM ’92: Zum Sieg der Marke in der DTM im Herbst 1992 aufgelegt (basierend auf 190 E 1.8 oder 2.3 Sportline in Brillantsilber oder Blauschwarz mit speziellem Aufkleber im hinteren Dreiecksfenster).
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Circa 26 unbearbeitete Bilder wie ich verschiedene Mercedes-Benz 190-Modelle bei Oldtimertreffen und – messen vorgefunden habe. Da der Mercedes-Benz W 201 auch sehr erfolgreich im Motorsport eingesetzt wurde, zuerst einige Bilder mit teils Original-DTM-Fahrzeugen von Ellen Lohr, Klaus Ludwig und weiteren Teams. DAzu einige weitere Aufnahmen bei Motorsportrennen und im Fahrerlager.
Ein Verkaufsprospekt des Mercedes-Benz W 201 und drei Blätter hstorische Reklame von 1985-1988.
Weitere ca. 40 Bilder verschiedener Modelljahrgänge mit unterschiedlicher Ausstattung und Motorisierung des Mercedes-Benz W 201.
Übrigens schätzt man, dass von den insgesamt fast 1,9 Millionen produzierten Exemplaren noch etwa 45.000 Mercedes-Benz W 201 auf unseren Straßen zugelassen sind (Stand Januar 2025).
Und heute im Gegensatz zu damals sind die drei Avantgarde-Modelle Azurro, Rosso und Verde sind inzwischen äusserst begehrte Oldtimer geworden unter allen 190ern. Nur 4.000 Exemplare sind verkauft worden und heute werden mitunter um die 20.000 Euro verlangt, obwohl sie fast alle mindestens 200.000 bis weit über 300.00 km auf dem Tacho stehen haben.
Mercedes-Benz W 201 in Filmen und TV Serien
Fast 2000-mal wurde der 190er bis heute national und international fürs Kino und Flimmerkiste engagiert, das ist schon der Hammer für einen heutigen Oldtimer. Allerdings mit einer oder mehreren Hauptrollen sieht es eher mau aus, vielleicht weil das Modell zu bieder, zu einfach oder einfach zu langweilig aussah. Dafür in der Fernsehserie „112 – Sie retten dein Leben“, in „Maria, ihm schmeckt’s nicht!“ ein Kinofilm in 2009 und in „Oktoberfest“ ein Kinofilm von 1987. Ansonsten eingesetzt in allen Farben mit und ohne großen Heckspoiler quer durch alle Krimiserien und Schmonzetten nachmittags wie auch am Abend.
Mehr gibt’s da nicht zu sagen, ein Erfolg für Mercedes-Benz ist der Baby-Benz jedoch bis heute!
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